Die UWG unterstützt eine Verkehrsberuhigung der Rheinbacher Hauptstraße. Unser Ziel ist dabei nicht, den Fahrzeugverkehr grundsätzlich aus der Innenstadt zu verdrängen. Wir wollen unnötigen Durchgangsverkehr reduzieren und gleichzeitig sicherstellen, dass die Hauptstraße für Anwohner, Kunden und Gewerbetreibende erreichbar bleibt.
Mit dem am 8. September 2026 im Ausschuss für Umwelt und Mobilität besprochenen Verkehrsentwicklungsplan gibt es nun die Chance, die Verkehrsströme in Rheinbach neu zu ordnen. Für die UWG war dabei wichtig, dass der Plan nach der umfangreichen Vorarbeit ohne weitere Verzögerung dem Rat der Stadt zur Genehmigung vorgelegt werden kann.
Bürgerbeteiligung und Ortschaften berücksichtigt
Positiv bewerten wir insbesondere die intensive und vielschichtige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Viele Anregungen und Erfahrungen aus dem Alltag konnten in den Prozess eingebracht werden.
Aus Sicht der UWG kann sich das Ergebnis sehen lassen. Besonders wichtig ist für uns, dass nicht nur die Kernstadt betrachtet wurde. Auch die Verkehrsanliegen unserer Ortschaften wurden im Verkehrsentwicklungsplan berücksichtigt.
Ein Verkehrsentwicklungsplan für Rheinbach muss schließlich die gesamte Stadt im Blick haben. Verkehrsströme enden nicht an den Grenzen der Innenstadt, und Veränderungen an einer Stelle können Auswirkungen auf andere Bereiche haben.
Verkehrsberuhigung ist für die UWG kein neues Thema
Dauerthema Hauptstraße
Die Diskussion um eine Verkehrsberuhigung der Hauptstraße begleitet Rheinbach schon lange. Auch die UWG setzt sich seit vielen Jahren damit auseinander. Bereits 2014 haben wir eine Verkehrsberuhigung auf 7 km/h beantragt.
Unsere grundsätzliche Haltung hat sich nicht verändert: Die Hauptstraße soll keine attraktive Strecke für den reinen Durchgangsverkehr sein. Wer Rheinbach lediglich durchqueren möchte, soll möglichst andere Wege nutzen.
Gleichzeitig darf Verkehrsberuhigung für uns kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, welche Auswirkungen eine Maßnahme auf die gesamte Innenstadt und die Menschen hat, die dort wohnen, arbeiten, einkaufen oder Dienstleistungen nutzen.
Neue Verkehrsführung bietet Chancen für die Hauptstraße
Durch die geplante Neuordnung der Verkehrsführung ergeben sich neue Möglichkeiten, den Durchgangsverkehr aus der Hauptstraße herauszunehmen.
Nach dem Abriss des Hotels an der Ecke Löhrstraße kann der durchlaufende Verkehr aus Richtung der Höhenorte in Richtung Meckenheim stärker über Grabenstraße und Löhrstraße geführt werden. Wer die Stadt lediglich durchqueren möchte, muss dann nicht mehr die Hauptstraße nutzen.
Auch die künftige Verkehrsführung am Vogtstor nach dem Umbau der Grabenstraße kann dazu beitragen, die Hauptstraße als Durchfahrtsstrecke weniger attraktiv zu machen.
Aus Sicht der UWG sollte deshalb zunächst betrachtet werden, welche Entlastung durch diese Veränderungen erreicht werden kann, bevor weitere Einschränkungen des Fahrzeugverkehrs vorgenommen werden.
Eine lebendige Innenstadt muss erreichbar bleiben
Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Fahrzeugverkehr durch die Innenstadt unter klaren Auflagen weiterhin möglich bleiben soll. Das ist insbesondere für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie unsere Gewerbetreibenden wichtig. Geschäfte müssen beliefert werden können und Kunden müssen die Möglichkeit haben, die Innenstadt auch für kurze und gezielte Wege zu erreichen. Das gilt ebenso für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Ob ein Einkauf beim Bäcker, ein Arzt- oder Physiotherapietermin oder der Besuch eines Geschäfts: Die Erreichbarkeit der Hauptstraße bleibt für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer persönlichen Mobilität.
Auch die wirtschaftliche Situation des örtlichen Einzelhandels gehört für uns deshalb zwingend in diese Diskussion. Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht allein durch weniger Verkehr. Sie braucht Menschen, die gerne in die Stadt kommen, dort einkaufen, Dienstleistungen nutzen, Gastronomie besuchen und Zeit verbringen.
Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit gehören zusammen
Deshalb wollen wir die Diskussion nicht auf die einfache Frage „Auto oder Fußgänger?“ reduzieren.
Unser Ziel ist eine Innenstadt, in der unnötiger Durchgangsverkehr reduziert wird und gleichzeitig die notwendige Erreichbarkeit erhalten bleibt. Mehr Aufenthaltsqualität, attraktive öffentliche Räume, funktionierender Einzelhandel, Gastronomie und eine gute Erreichbarkeit müssen gemeinsam gedacht werden.
Weniger Durchgangsverkehr. Mehr Aufenthaltsqualität. Aber weiterhin eine erreichbare Hauptstraße.Das ist für uns der richtige Weg für die weitere Entwicklung der Rheinbacher Innenstadt.
UWG richtet eigene Arbeitsgruppe ein
Wie dieser Weg im Detail aussehen soll, wollen wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort begleiten. Deshalb hat die UWG eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Wir wollen in einen engen Austausch mit Einzelhändlern, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Bürgerinnen und Bürgern gehen.
Dabei wollen wir zuhören: Was benötigen die Gewerbetreibenden für eine funktionierende Innenstadt? Welche Erfahrungen machen Anwohner mit der aktuellen Verkehrssituation? Wo bestehen Probleme bei der Erreichbarkeit? Und welche Veränderungen können tatsächlich dazu beitragen, dass Menschen sich gerne in unserer Innenstadt aufhalten?
Diese Erfahrungen wollen wir in unsere weitere politische Arbeit einfließen lassen.
Unser Ziel ist keine autofreie Innenstadt um jeden Preis. Unser Ziel ist eine lebendige, attraktive und erreichbare Mitte Rheinbachs mit weniger unnötigem Durchgangsverkehr und guten Bedingungen für die Menschen und Unternehmen, die unsere Innenstadt jeden Tag mit Leben füllen.